Kopernikusschule Freigericht

Zeitzeuge

Zeitzeuge Heinz Cziommer bewegt Schülerinnen und Schüler

23. September 2026

Geschichte wurde an der Kopernikusschule Freigericht nicht nur gelesen, sondern hautnah erlebt: Die Klassen R9c und R9d des Realschulzweigs empfingen gemeinsam mit ihren Deutschlehrkräften Christoph Symalla (R9c) und Julia Hergert (R9d) den Holocaust-Zeitzeugen Heinz Cziommer. Die Begegnung knüpfte unmittelbar an die gemeinsame Schullektüre „Als die Welt uns gehörte“ von Liz Kessler an, die sich mit den Schrecken des Holocaust und der Freundschaft zwischen Juden und Nichtjuden beschäftigt.

Heinz Cziommer, geboren 1935 in Berlin, nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine bewegende Reise in seine Kindheit während der Zeit des Nationalsozialismus. Offen und eindringlich schilderte er seine persönlichen Erlebnisse, Ängste und Erfahrungen in einer Zeit, die sein Leben nachhaltig prägte. Mit großer Ruhe und beeindruckender Offenheit erzählte er von den Herausforderungen des Alltags und davon, wie Ausgrenzung, Angst und Krieg das Leben vieler Familien bestimmten.

Besonders wertvoll wurde die Veranstaltung durch die anschließende Fragerunde. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die seltene Gelegenheit, dem Zeitzeugen ihre ganz persönlichen Fragen zu stellen. So wollten sie beispielsweise wissen: „Mussten Sie zur Hitlerjugend?“ oder wie sich das Leben als Kind in jener Zeit angefühlt habe. Heinz Cziommer beantwortete jede Frage geduldig, ehrlich und mit großer Detailtreue. Seine Schilderungen fesselten die Jugendlichen von der ersten bis zur letzten Minute.

Immer wieder wurde deutlich, dass Erinnerungskultur weit mehr ist als das Lernen historischer Daten. Durch die persönlichen Erlebnisse des Zeitzeugen wurde Geschichte greifbar und emotional erfahrbar. Viele der Schülerinnen und Schüler zeigten sich tief bewegt. Die Erzählungen gingen unter die Haut und hinterließen einen bleibenden Eindruck.
Zum Abschluss richtete Heinz Cziommer einen eindringlichen Appell an die Jugendlichen: Sie sollten allen Menschen mit Respekt begegnen, freundlich zu ihren Nachbarn sein und Nächstenliebe leben – unabhängig von Herkunft, Religion oder Kultur. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je sei, könne jeder Einzelne Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass sich Ausgrenzung und Hass niemals wiederholen.

Die Schülerinnen und Schüler bedankten sich herzlich für die Offenheit und den Mut des Zeitzeugen, seine Lebensgeschichte mit ihnen zu teilen. Auch die Kopernikusschule sprach Heinz Cziommer ihren großen Dank aus. Sein Besuch war weit mehr als eine Unterrichtsstunde – er war ein eindrucksvoller Beitrag zur Erinnerungskultur und eine Begegnung, die noch lange nachwirken wird.

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