Kopernikusschule Freigericht

Inklusion

Inclusion Matters: Erasmus-Projektwoche

31. Januar 2026

Wer am vergangenen Montag in die kleine Sporthalle der Kopernikusschule Freigericht kam, hörte quietschende Reifen auf dem Hallenboden. Das Quietschen kam von Sportrollstühlen, mit denen die am Projekt „Inclusion Matters” teilnehmenden Schüler und Schülerinnen die paralympische Sportart Rollstuhlbasketball ausprobierten. Die Leitung des Workshops hatte Sebastian Arnold von den Frankfurter ING Skywheelers. In dieser Mannschaft spielen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zusammen und setzen so den Gedanken der Inklusion in vorbildlicher Weise um. Einige der Projektteilnehmer hatten bereits zwei Tage zuvor ein Heimspiel der ING Skywheelers besucht.

Der Workshop war der Auftakt zu einer Projektwoche mit dem Thema Inklusion. Ziel der Woche, so die beiden Projektleiter Carolin Faßbinder und Christoph Jöst, war es, den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern die Lebenswelt von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen zu erschließen und mit der Gruppe über Möglichkeiten von Inklusion an Schule und ihrer Umgebung zu reflektieren. Zu dem bilateralen Erasmusprojekt war eine Gruppe von neun Schülerinnen und Schülern vom Sophianum in Gulpen / Niederlande angereist. Während des gesamten Projektzeitraumes war Englisch die Verkehrssprache.

Am zweiten Tag des Projektes besuchte die Gruppe den Verein Selbsthilfe Körperbehinderter (SHK) in Erlensee, der von Uwe Schneider gegründet wurde, der selbst durch einen Unfall querschnittsgelähmt wurde. Bei einem Spaziergang durch den Wohnpark des SHK sahen sich die jungen Menschen eine barrierefreie Wohnung an und erfuhren unter Einbezug verschiedener orthopädischer Hilfsmittel, was es bedeutet, körperlich beeinträchtigt zu sein. So bekamen einige Schüler beispielsweise eine Augenbinde angelegt oder zogen einen Alterssimulationsanzug an. Am nächsten Tag besuchte die Projektgruppe das Dialogmuseum in Frankfurt. Einer der Höhepunkte war dann der Besuch bei Rita Ebel, die von vielen die „LEGO-Oma“ genannt wird. Frau Ebel setzt sich seit 2019 für Barrierefreiheit ein und baut in ihrem Laden in Hanau Rollstuhlrampen aus Legosteinen für internationale Auftraggeber. Durch ihre bunten Rollstuhlrampen möchte sie für mehr Sensibilität für Inklusion und Barrierefreiheit in der Gesellschaft werben. Frau Ebel erzählte den Schülern einfühlsam sowohl von ihren eigenen Erfahrungen als Rollstuhlfahrerin als auch von ihrer Initiative. Während eine Teilgruppe mit Frau Ebel an Rollstuhlrampen baute, war die andere Teilgruppe mit Rollstühlen in der Innenstadt, in Linienbussen und am Bahnhof unterwegs und konnte prüfen, wie barrierefrei Hanau tatsächlich ist.

Im Laufe der Woche wurde schnell deutlich, dass sich in der intensiven Zeit viele Freundschaften bildeten. Auch die Aktivitäten in den Gastfamilien trugen dazu bei, dass die Gäste sich wohlfühlten und einen Einblick in das Leben der deutschen Jugendlichen erhielten. Zum Abschluss der Projektwoche verfassten die Schülerinnen und Schüler Dankesschreiben an die am Projekt beteiligten Stellen, reflektierten ihre Erlebnisse und entwickelten Reden für eine gelingende Inklusion an ihren Schulen und in der Gesellschaft, die sie dann auf Englisch hielten. Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Projektes wurde dabei deutlich, dass bei allen institutionellen Schwierigkeiten, die Inklusion mit sich bringt, Inklusion zuallererst in den Köpfen und Herzen der Menschen beginnt.

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